Infernal Devices

Die erste Box der War-Doctor-Hörspielreihe war vergleichsweise traditionalistisch angelegt – die Time Lords hintergehen sich gegenseitig und die Daleks machen irgendwo eine Invasion. Die zweite Box hat dagegen ein ganz andere Richtung: Es soll gezeigt werden, wozu beide Seiten in diesem Krieg bereit sind. Die drei Folgen hängen aus diesem Grund nur relativ lose zusammen.

Der Doctor hängt natürlich wieder mittendrin, und wo er in der vorherigen Staffel noch (nur mäßig freiwillig und vor allem weitestgehend unbewusst) das getan hat, was Cardinal Ollistra wollte, ist er diesmal viel mehr Störfaktor in Ollistras Plänen. Er kämpft nämlich nicht für die Time Lords, sondern dafür, wofür die Time Lords mal standen. Es sind dementsprechend nicht nur die Daleks, die ihn fürchten müssen, sondern auch die Time Lords, da er deren Pläne zunichte macht, wenn sie ihn anwidern.

Legion of the Lost (John Dorney)

Die Time Lords haben sich mit einem Volk zusammengetan, das etwas kann, was für Außenstehende wie Magie aussieht. Dies wollen die Time Lords dafür nutzen, ihre Truppen zu verstärken.

A Thing of Guile (Phil Mulryne)

Die Daleks haben mal wieder eine neue Geheimwaffe entwickelt. Ollistra zwingt den Doctor, ihr bei einer Mission in der Dalek-Basis zu helfen. Dabei entdecken sie, dass die Daleks an ihrem eigenen genetischen Material experimentieren.

The Neverwhen (Matt Fitton)

Auf einem vom Rest des Universums isoliertem Planeten tobt eine Schlacht zwischen Daleks und Time Lords, die nie endet. Dabei spielt die Zeit regelrecht verrückt: Alle Technologie und alle Lebewesen wird konstant von modernen Formen in primitive Versionen und zurück verwandelt.

Wie erwähnt geht Infernal Devices in eine völlig andere Richtung als Only the Monstrous. Als Zuhörer wird man glaube ich kaum alle drei "Projekte" aus den drei Folgen als gleich verstörend empfinden (ich bin z.B. der Meinung, dass man mit dem Kaled-Mutanten in A Thing of Guile mehr hätte machen können), aber diese Box macht mehr als deutlich, wieso die Time Lords während des Krieges genauso gefürchtet werden wie die Daleks. Es wird ebenso klar, wieso der Doctor in The End of Time solchen Bammel davor hatte, dass die Time Lords en masse zurückkehren: Sie nehmen keinerlei Rücksicht, weder auf Unbeteiligte noch auf ihre eigenen Fußsoldaten. Der Doctor ist schlicht an seinen eigenen Leuten verzweifelt.

Wem die Prämisse von Only the Monstrous nicht zusagt, der sollte stattdessen lieber in Infernal Devices reinhören. Auch das ist noch nicht der ganz große Knaller, aber das Niveau ist trotzdem hoch. Es bleibt abzuwarten, was wir in den verbleibenden beiden Boxsets serviert bekommen. Für Agents of Chaos ist bereits Leela angekündigt worden, vielleicht wird die War-Doctor-Reihe also ein wenig in die Gallifrey-Serie eingebunden.

Only the Monstrous
Agents of Chaos

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